Ein typischer Montag…

…oder „Tierhaaranhänger – Making of“

Montags stehen bei mir immer die Tierhaaranhänger auf dem Programm. Wenn ich anfangs der Woche alle Anhänger giesse, kann ich das Schleifen und Polieren auf die restlichen Wochentage aufteilen.

Sobald ich also meinen Kaffee hab, gehts los. Meistens so gegen 9 Uhr.

Zuallererst verschaffe ich mir einen Überblick, was in der kommenden Woche abgearbeitet werden muss. Manche Bestellungen liegen schon länger, weil ich oft erst spät die Haare dazu bekomme oder weil mir noch Angaben fehlen, die Kunden sich aber nicht gleich melden. In dieser Woche hab ich, bis auf eine Bestellung, alles zusammen.

Ich notiere mir die Daten (aus welchen Tierhaaren soll was gemacht werden) auf Karteikarten, diese werden dann zusammen mit den Haaren und später dem Schmuckstück in Zipper-Beutel gepackt, damit ich nichts verwechsle.

Dann schreibe ich eine Liste, welche Tierhaare in welcher Form sind und sortiere mir die Formen, die ich heute zum Gießen benötige. Außerdem muss ich mir noch zwei Formen für die Holz-Harz-Anhänger aus Acetatfolie selbst herstellen. Namen, die mit eingearbeitet werden sollen, platziere ich in Photoshop in der entsprechenden Größe und drucke das ganze dann auf eine Spezialfolie. Hierbei muss ich immer drauf achten, dass spiegelverkehrt gedruckt wird, da die Folie einseitig beschichtet ist. Damit ist dann die Vorbereitung abgeschlossen.

Als nächstes werden die Namen ausgeschnitten und in die Formen gelegt. Hier muss ich auch wieder drauf achten, dass die Namen (nur) zum Teil spiegelverkehrt eingelegt werden müssen. Das betrifft die Herz- und die Tropfenformen, da die Oberseite dieser Anhänger beim Gießen die unterste Schicht ist. Diese unterste Schicht hab ich schon vor 2 Tagen gegossen, da diese ausgehärtet sein muss bevor Haare und Name eingearbeitet werden können.

Ja und dann kommt die eigentliche Tierhaar-Arbeit. Die Tierhaare werden geordnet, zurecht geschnitten und in die Formen eingelegt. Manchmal haben die Kunden spezielle Wünsche, auch das notiere ich mir vorab. Für das Einlegen der Tierhaare benötige ich, je nach Anzahl der Formen, zwischen einer und vier Stunden (ich gieße in 90% mehrere Anhänger, es kommt nur selten vor, dass ich einzelne Schmuckstücke gieße).

Wenn Haare und Namen in den Formen liegen, kann ich das Harz anmischen. Das 2-Komponenten-Epoxidharz muss mit einer Feinwaage grammgenau abgewogen werden. Wenn die 2 Komponenten, also Harz und Härter, dann abgewogen sind, müssen sie gründlich mehrere Minuten lang gemischt werden. Erst danach kann das Harz in die Formen gegossen werden. Das passiert tropfenweise, meistens verwende ich dazu Zahnstocher, da die kleinen Tröpfchen damit gut zu platzieren sind. Ist das Harz in den Formen, müssen die Haare und Namen nochmal mit Zahnstochern sortiert und ordentlich platziert werden und eventuelle Luftblasen entfernt werden.

Und danach gehts zum Aushärten. Mindestens 24 Stunden dauert es bis eine Schicht komplett durchgehärtet ist. Dh. frühestens nach 24 Stunden kann ich sehen, ob eine weitere Schicht nötig ist, was zu Schleifen ist, was eventuell komplett aussortiert werden muss. Wenn noch „Extras“ (Farbe, Glitter,…) gewünscht ist, muss in der Regel mindestens noch eine zusätzliche Schicht gegossen werden.

Was unbedingt noch anzumerken ist: bei der Verarbeitung von Resin gibt es gewisse Sicherheitsbestimmungen, die unbedingt einzuhalten sind. Darüber sollte man sich genauestens informieren, bevor man mit der Resinverarbeitung anfängt.

Ja, und wenn ich soweit fertig bin mit dem Gießen ist es 17 Uhr. Jetzt gehts ans Zeichnen 😉

To be continued….morgen, wenn die Anhänger aus den Formen kommen.