Hundeportrait – Tutorial

Ich hab mir überlegt, dass ich gerne mit euch zusammen ein Hundeportrait zeichnen möchte. Ausgesucht hab ich mir dafür ein tolles Foto von einem Viszla bei Pixabay. Ich werde in den kommenden Tagen immer wieder neue Zwischenschritte hochladen und dann natürlich auch einige Erklärungen dazu schreiben.

Los geht’s erstmal mit der Vorlage.

Das Bild hab ich mir zuerst in Photoshop in Graustufen umgewandelt und dann mit Kontrast und Licht ein bisschen gespielt, so dass es eine gute Vorlage für eine Bleistiftzeichnung gibt.

Dann hab ich die Skizze gezeichnet. Das mache ich immer erst auf normalem Kopierpapier, manchmal verwende ich auch ein Raster um die Proportionen richtig zu zeichnen. Warum erst Kopierpapier? Weil ich da „rumschmieren“ kann, ausbessern, radieren, usw ohne dass ich Angst haben muss, das Zeichenpapier kaputt zu machen. Wenn man nämlich radiert, zerstört man die Papierstruktur und kann dann nicht mehr gleichmäßig schattieren. Wenn ich mit der Skizze zufrieden bin, übertrage ich sie auf einem Leuchtkasten auf mein Zeichenpapier.

Und hier seht ihr die Skizze auf Fabriano Bristol Zeichenpapier in DIN A4

Welche Materialien werden für so eine Zeichnung benötigt?

Eigentlich braucht’s da gar nicht viel. 3 Bleistifte, einen in HB, einen in 2B und einen in 6 oder 8B. Dann noch einen Knetradierer, einen Stiftradierer (ich benutze den Tombow Mono Zero, aber es gibt auch welche von Faber Castell oder Städter, die eigentlich in jedem Schreibwarenladen erhältlich sind). Und außerdem sind Q-Tips noch ganz nützlich zum verwischen. Mit den Fingern sollte man niemals verwischen, da auf den Fingern immer ein bisschen Fett ist, das man dann auf die Zeichnung bringt.

Und dann kann es eigentlich schon losgehen.

Ich beginne immer mit den Augen. Zum einen, weil ich dann das Gefühl hab, dass das Tier ein bisschen lebendig ist und zum anderen, weil man die Augen gut zum Vergleich für die Kontraste benutzen kann. Die Pupillen sind nämlich immer schwarz, dh der dunkelste Punkt der Zeichnung. Daran kann man sich orientieren.

Zuerst umrande ich das Auge, dazu hab ich hier den 8B Bleistift verwendet. Danach zeichne ich mit dem gleichen Stift die Pupille. Hier müsst ihr drauf achten, dass ihr die Lichtreflexe auslasst. Dort soll das Weiß vom Papier zu sehen sein. Als nächstes fülle ich das Auge mit dem HB-Bleistift aus und arbeite dann vorsichtig die Strukturen mit dem 2B-Bleistift ein. Hier kann man gut mit dem Knetradierer arbeiten und das Graphit an einigen Stellen wieder wegtupfen. So bekommt man schöne Effekte in die Augen.

Ich hab dann erst mit dem Fell um die Augen begonnen, mich dann aber umentschieden und doch erst den Hintergrund gezeichnet. Da dieser ja sehr dunkel werden soll, find ich es ganz gut, wenn der Hintergrund zuerst gezeichnet wird. Dann kann man während der Fellzeichnung schon die Kontraste anpassen und muss hinterher nicht nochmal alles überarbeiten.

Dunklen Hintergrund mit Bleistift zu zeichnen ist nicht einfach, weil Bleistift gerne anfängt zu glänzen. Wichtig – und quasi die Regel Nummer 1 beim Zeichnen: niemals fest aufdrücken. Damit zerstört man die Papierstruktur. Immer nur ohne Druck arbeiten und dafür lieber mehr Schichten übereinander auftragen. Ich hab hier mit dem 8B-Bleistift eine erste Schicht aufgetragen.

Diese Schicht wird dann (ohne Druck) verwischt und dann kommt die zweite Schicht drüber. Man sollte hier schon aufpassen, dass man nicht kreuz und quer zeichnet. Auf dem folgenden Bild sieht man schon den Unterschied zwischen erster und zweiter Schicht.

Auch die zweite Schicht wird dann wieder verwischt. Und das ist jetzt der aktuelle Stand.

Da ich noch nicht ganz zufrieden bin mit dem Hintergrund, werde ich noch eine dritte Schicht auftragen. Und dann geht’s weiter mit der Nase.

Falls ihr euch auch an dem Bild versuchen wollt, würde ich mich freuen eure Werke auf Instagram unter dem Hashtag #zeichnenmitksfineart zu sehen.

Weihnachten – Aktuelles

Vom 21.11 bis einschließlich 29.11. findet ein Weihnachts-Sale statt. Dabei gibt es 15% Rabatt auf den gesamten Einkauf in meinem Shop. Den Rabatt-Code findet ihr im Shop unter „Weihnachts-Sale“ rechts oben in der Menüleiste. Also schaut einfach mal im Shop vorbei.

Tierhaarschmuckstücke können natürlich noch in den nächsten 2 Wochen bestellt werden. Die Tierhaare müssen bis allerspätestens zum 11. Dezember bei mir sein (gilt nur für Bestellungen aus Deutschland), für alles was danach ankommt, kann ich keine Lieferung pünktlich zu Weihnachten versprechen. Für Bestellungen aus Österreich/Schweiz benötige ich die Tierhaare spätestens zum 7. Dezember.

Der Weihnachtsrabatt gilt natürlich auch für Zeichenaufträge, allerdings ist eine Fertigstellung bis Weihnachten zeitlich nicht mehr möglich. Zeichnungen, die ab jetzt (21.11.2020) in Auftrag gegeben werden, können leider erst ab Januar 2021 bearbeitet werden.

Die Zeichnung von Sam entsteht – Tipps zum realistischen Zeichnen

Ich hab heut mal ein paar Bilder für euch. Ihr dürft die Entstehung der Zeichnung von Sam mitverfolgen.

Die Augen werden als erstes gezeichnet

Das ist Sam. Sam ist ein schwarzer Labrador und ich durfte den hübschen Kerl zeichnen. Bei einer Zeichnung fange ich in der Regel mit den Augen an. Das ist das für mich das wichtigste bei einer Zeichnung. Die Augen müssen lebendig sein, nur dann wird die Zeichnung gut. Außerdem sind die Pupillen ein guter Anhaltspunkt für Kontraste. Die Pupillen sind immer schwarz, dh sie sind immer der dunkelste Punkt in einem Bild. Wenn man nun einen schwarzen Hund zeichnet, muss man sehr auf die Kontraste achten, weil schwarz ist nicht gleich schwarz. Es gibt viele, viele Farben, die sich im Fell eines schwarzen Hundes spiegeln. Und diese „Farben“ muss man auch bei Bleistiftzeichnungen wiedergeben. Das geht natürlich nur über Kontraste, verschiedene Graustufen. Hier kann man sich gut an den Augen orientieren. Die dunkelsten Stellen im Fell sind genauso dunkel wie die Pupillen.

Schattierungen

Auf dem zweiten Bild kann man gut erkennen, dass ich zuerst schattiere. Das Stück über der Nase zwischen den Augen ist erstmal mit einem helleren Grau vorschattiert, dabei achte ich auch schon drauf, dass ich immer in Richtung des Fellwuchses zeichne und nicht kreuz und quer. Auf diese Schicht aus hellem Grau werden dann einzelne Haare gezeichnet, bzw ausradiert. Und das passiert in mehreren Schichten. Dazwischen wir immer wieder leicht verwischt. Das gibt dem ganzen mehr Tiefe, als wenn man nur mit einer Schicht arbeitet.

Die fertige Zeichnung von Sam

Und hier seht ihr das fertige Bild. Wenn ich das komplette Fell gezeichnet habe, überarbeite ich nochmal die Kontraste. Manche Stellen sind dann zB noch zu hell, dort werden dann noch dunklere Haare eingezeichnet, an anderen Stellen muss ich ein wenig aufhellen. Das geht ganz gut mit einem Knetradierer. Damit kann man die obersten Schichten sozusagen „abtupfen“. Der Vorteil am Knetradierer ist, dass er das Papier nicht beschädigt und man über die Stellen wieder drüber zeichnen kann.

Ja und ganz zum Schluss werden dann die Barthaare oder andere ganz helle Stellen ausradiert. Dazu benutze ich bei Bleistiftzeichnungen einen Stiftradierer, bei Farbstiftzeichnungen kann man das auch sehr gut mit einem Skalpell machen, da lassen sich die Farbschichten einfach „abkratzen“.

In den nächsten Tagen zeige ich euch dann nochmal eine Zeichnung, dann gehts vorallem um Hintergrund und Schärfe und Unschärfe in einer Zeichnung.

Wir sehen uns im Regenbogenland…

Am 27.02.2020 musste Kater Blacky leider seine Reise über die Regenbogenbrücke antreten. Er hatte eine heftige Anämie, die sich rasant entwickelte und er hatte keine Kraft mehr. Hoffentlich gehts dir jetzt gut im Regenbogenland und du findest dort jemanden zum Bauchkraulen.

Ich vermisse ihn ganz fürchterlich, es ist so still ohne ihn. Ich war oft genervt, wenn ich arbeiten wollte und er mir auf den Schreibtisch gesprungen ist. Oder wenn er nachts um drei den Kratzbaum hochgejagt ist. Oder wenn er laut miauend den ganzen Vormittag um mich rumgeschlichen ist. Was würd ich jetzt dafür geben, wenn er auf den Schreibtisch hüpfen würde, wenn er nachts den Kratzbaum hochklettert, wenn er laut miauend durch die Wohnung laufen würde,…

Whity, sein Bruder, sucht ihn immer noch. Wenn er reinkommt, schaut er als erstes unters Bett, schnüffelt die Bettdecke ab, hüpft auf den Küchenschrank und schaut unter den Wäscheständer. Das waren Blackys Lieblingsschlafplätze.

Die Entscheidung ihn gehen zu lassen war aber die richtige. Er sollte sich nicht quälen und vorallem sollte er nicht ersticken müssen.

Machs gut mein Bärchen. Wir sehen uns im Regenbogenland. Irgendwann.

Ein typischer Montag…

…oder „Tierhaaranhänger – Making of“

Montags stehen bei mir immer die Tierhaaranhänger auf dem Programm. Wenn ich anfangs der Woche alle Anhänger giesse, kann ich das Schleifen und Polieren auf die restlichen Wochentage aufteilen.

Sobald ich also meinen Kaffee hab, gehts los. Meistens so gegen 9 Uhr.

Zuallererst verschaffe ich mir einen Überblick, was in der kommenden Woche abgearbeitet werden muss. Manche Bestellungen liegen schon länger, weil ich oft erst spät die Haare dazu bekomme oder weil mir noch Angaben fehlen, die Kunden sich aber nicht gleich melden. In dieser Woche hab ich, bis auf eine Bestellung, alles zusammen.

Ich notiere mir die Daten (aus welchen Tierhaaren soll was gemacht werden) auf Karteikarten, diese werden dann zusammen mit den Haaren und später dem Schmuckstück in Zipper-Beutel gepackt, damit ich nichts verwechsle.

Dann schreibe ich eine Liste, welche Tierhaare in welcher Form sind und sortiere mir die Formen, die ich heute zum Gießen benötige. Außerdem muss ich mir noch zwei Formen für die Holz-Harz-Anhänger aus Acetatfolie selbst herstellen. Namen, die mit eingearbeitet werden sollen, platziere ich in Photoshop in der entsprechenden Größe und drucke das ganze dann auf eine Spezialfolie. Hierbei muss ich immer drauf achten, dass spiegelverkehrt gedruckt wird, da die Folie einseitig beschichtet ist. Damit ist dann die Vorbereitung abgeschlossen.

Als nächstes werden die Namen ausgeschnitten und in die Formen gelegt. Hier muss ich auch wieder drauf achten, dass die Namen (nur) zum Teil spiegelverkehrt eingelegt werden müssen. Das betrifft die Herz- und die Tropfenformen, da die Oberseite dieser Anhänger beim Gießen die unterste Schicht ist. Diese unterste Schicht hab ich schon vor 2 Tagen gegossen, da diese ausgehärtet sein muss bevor Haare und Name eingearbeitet werden können.

Ja und dann kommt die eigentliche Tierhaar-Arbeit. Die Tierhaare werden geordnet, zurecht geschnitten und in die Formen eingelegt. Manchmal haben die Kunden spezielle Wünsche, auch das notiere ich mir vorab. Für das Einlegen der Tierhaare benötige ich, je nach Anzahl der Formen, zwischen einer und vier Stunden (ich gieße in 90% mehrere Anhänger, es kommt nur selten vor, dass ich einzelne Schmuckstücke gieße).

Wenn Haare und Namen in den Formen liegen, kann ich das Harz anmischen. Das 2-Komponenten-Epoxidharz muss mit einer Feinwaage grammgenau abgewogen werden. Wenn die 2 Komponenten, also Harz und Härter, dann abgewogen sind, müssen sie gründlich mehrere Minuten lang gemischt werden. Erst danach kann das Harz in die Formen gegossen werden. Das passiert tropfenweise, meistens verwende ich dazu Zahnstocher, da die kleinen Tröpfchen damit gut zu platzieren sind. Ist das Harz in den Formen, müssen die Haare und Namen nochmal mit Zahnstochern sortiert und ordentlich platziert werden und eventuelle Luftblasen entfernt werden.

Und danach gehts zum Aushärten. Mindestens 24 Stunden dauert es bis eine Schicht komplett durchgehärtet ist. Dh. frühestens nach 24 Stunden kann ich sehen, ob eine weitere Schicht nötig ist, was zu Schleifen ist, was eventuell komplett aussortiert werden muss. Wenn noch „Extras“ (Farbe, Glitter,…) gewünscht ist, muss in der Regel mindestens noch eine zusätzliche Schicht gegossen werden.

Was unbedingt noch anzumerken ist: bei der Verarbeitung von Resin gibt es gewisse Sicherheitsbestimmungen, die unbedingt einzuhalten sind. Darüber sollte man sich genauestens informieren, bevor man mit der Resinverarbeitung anfängt.

Ja, und wenn ich soweit fertig bin mit dem Gießen ist es 17 Uhr. Jetzt gehts ans Zeichnen 😉

To be continued….morgen, wenn die Anhänger aus den Formen kommen.

Hallo Welt!

Endlich ist es geschafft und es gibt einen neuen Shop (dorthin gelangt ihr, wenn ihr im Menü auf Shop klickt oder wenn ihr hier klickt) und natürlich auch einen zugehörigen Blog. Hier möchte ich euch in Zukunft ein bisschen auf dem Laufenden halten. Ich werde immer mal wieder erzählen, was ich gerade so auf dem Schreibtisch oder der Werkbank liegen habe.

In den letzten Wochen hat sich einiges getan. Ich habe ein Kinderbuch, „Brösel und Max – Weihnachten im Regenbogenland“ (von Andree Ludwig, erhältlich bei BOD, Amazon,…), illustrieren dürfen.

Außerdem konnte ich einige neue Tierhaarschmuckstücke anfertigen. Der „Bestseller“ ist und bleibt der Herzanhänger. Aber mittlerweile darf ich auch viele individuelle Schmuckstücke anfertigen.

In nächster Zeit wird es, wie immer in der Vorweihnachtszeit, etwas ruhiger auf meiner Facebook- und Instagramseite und sicherlich auch hier im Blog, da ich jetzt schon vermehrt Weihnachtsgeschenke anfertige. Die kann ich natürlich erst nach Weihnachten zeigen. Aber einige Aufträge sind noch offen, die nicht für Weihnachten sind, da kann ich euch in den nächsten Tagen ein bisschen was zeigen.